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    FLOW-Leadership 2: was bedeutet FLOW-Leadership für mich als Führungskraft?

    By Andreas Fritsch | Februar 21, 2010

    FLOW-Leadership entsteht im Kopf. Es setzt sich einerseits aus systematischer Vorgehensweise und Vorbereitung, andererseits aber aus der richtigen persönlichen Einstellung zusammen.

    Was heisst das jetzt für mich als Führungskraft: meine Einstellung zur Situation bestimmt ganz wesentlich das, was passiert und wie sich die Dinge entwickeln. Ganz besonders, wie sich die Fähigkeit meines Teams entwickelt, mit einer spezifischen (schwierigen) Situation umzugehen, sie als Chance oder als Bedrohung wahrzunehmen! Die Verantwortung als Führungskraft: die Wahl der Einstellung.

     Regelkreis Einstellung

    Wie unsere Einstellung auf unser Umfeld wirkt

     

    Wir sehen: Führung und Leadership fangen bei mir selbst als Führungskraft an. Wenn ich meine Werte kenne, meine Ziele, meine Einstellung, kann ich mich und andere danach  ausrichten (ein perfekter Stadtplan von Graz bringt mir in Wien herzlich wenig => Effektivität/Effizienz).  

    Am besten ist es, die richtigen Dinge wirklich richtig zu tun. Wenn ich die falschen Dinge richtig tue, kostet es mich viel mehr Energie, ich komme aber trotzdem nicht wirklich ans Ziel. Das wusste schon Pareto. Daher muss ich (insbesondere als Führungskraft) zunächst klar definieren, was für mich, die Organisation und damit für meine Leute die richtigen Dinge sind. Erst dann kann ich alles andere danach ausrichten!

    Daher muss ich ausserdem in der zweiten Phase (Analyse) möglichst genau erkennen, worum es geht, wie die Situation aussieht, was schlimmstenfalls passieren kann, welche generellen Auswirkungen bestimmte Szenarien auf mich und meine Organisation haben werden. 

    „Never waste a Crisis!“

    Aus Krisen sind schon die grössten und nachhaltigsten Erfolgsgeschichten und die die massivsten Veränderungen entstanden. Ein gutes Beispiel ist die Autoindustrie vor dem Hintergrund der Finanzkrise: die US-amerikanische Automobilindustrie hat sich über Jahrzehnte einen Dreck um „grüne“ Technologien gekümmert. Die Kosten für die Entwicklung waren den Herstellern einfach zu hoch. Es gab keinen politischen Druck  und in der Komfortzone des Booms war Geld genug für billigen Sprit im Portemonnaie der Verbraucher.  Kein Leidensdruck bei gleichzeitiger Angst vor Veränderung. Jetzt herrscht Panik! Jetzt ist alles egal. “Bevor wir ganz untergehen, entwickeln wir Zukunftstechnologie; auch mit neuen Leadern, weil die Krise die alten (teilweise) fortgespült hat. Nun ist Erneuerung möglich!”… Auch nicht schlecht.

    Unser Anteil

    Unser Eigener Anteil, die Vorbildfunktion als Führungskraft hängt wiederum stark mit der eigenen Einstellung zusammen; Proaktivität und die Wahl zu wachsen prägen die Organisation (beides sehr persönliche Elemente, welche die Führungskraft in die Organisation/die Abteilung einbringt); gerade in einer Krise werden Vorbilder und Entscheider gesucht. Menschen suchen Halt und Orientierung. Die richtige Balance zwischen realistischer Einschätzung der Situation  (klare Analyse, SWOT, Phase Flow 2…) und einer grundsätzlich positiven Herangehensweise und Handlungsorientierung ist daher elementar wichtig! Diese Balance führt zum Leadership-FLOW und damit letztlich zum Erfolg der Organisation!

    Was heisst Leadership, was heisst Führung/Management?

    Um den eigenen Anteil und die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten den Bedürfnissen der jeweiligen Situation gegenüberstellen zu können, habe ich in der Tabelle unten Management und Führung abgegrenzt. Oft stelle ich fest, dass Führungskräfte in Ihrer Position viel zu viel “Leadership” sehen und damit Erwartungen an sich selbst stellen, die weder erfüllbar noch in der spezifischen Situation angebracht oder überhaupt nötig sind.

    Es gibt in den Ausprägungen dieser Fähigkeiten oder Gaben kein Gut oder Schlecht sondern eben nur ein Geeignet oder Ungeeignet.

    Besonders in Krisensituationen sind aus meiner Erfahrung beide Fähigkeiten synergetisch relevant. Entweder muss eine Führungskraft Leader und Manager sein (also situativ beide Ausprägungen besitzen) oder zwei (oder mehrere) Personen vereinen Leadership und Management und schaffen Synergie. Das setzt Vertrauen, gegenseitigen Respekt, gute Zusammenarbeit voraus.

     

    Leader  Synergie Manager
    Schafft Visionen

    Empowerment / Stärkung der Mitarbeiter-Autonomie

    Schafft  Ressourcen

    Nutzt Chancen

    Strategie-und Ziel-Erreichung

    Managt Risiken

    Inspiriert

    Teamwork

    Koordiniert

    Treibt Innovation

    Innovation mit Erfolg

    Schafft Strukturen

    Tut die richtigen Dinge

    Wirksamkeit

    Tut die Dinge richtig

     

    “Menschen kommen zu Unternehmen aber sie verlassen Vorgesetzte!” (K.H. Sprenger)

    Durch ihr Handeln (oder Nicht-Handeln) haben Führungskräfte eine imense Verantwortung für die ihnen anvertrauten „Werte“ : ihre Mitarbeiter. Führungsverhalten bestimmt Unternehmenserfolg. Employer Branding nützt nichts, wenn MA in Unternehmen eine andere – durch ihre Führungskräfte vorgelebte – Realität finden, als die, die Ihnen versprochen wurde! Führungskräfte sind für Fluktuation verantwortlich! Was nicht heisst, dass das immer schlecht sein muss. Sie sind auch für „gute“ Fluktuation, also klare Entscheidungen gegen die falschen Leute verantwortlich. Meistens werden aber gar keine Entscheidungen getroffen und man sitzt aus. Gute Leute gehen dann!

    Diese “Ausbildung” guter Führungskräfte, diese Unternehmens-Werte sind immer Teil einer wirkungsvollen CSR-Strategie. Corporate Social Responsibilty setzt nach innen genau da an, wo die grössten Multiplikations-Effekte möglich sind: bei der Vorbildwirkung der Führungskräfte. So können ganze Unternehmen in einen FLOW kommen. Gute Beispiele gibt es zuhauf.

    Topics: Leadership | 1 Comment »

    One Response to “FLOW-Leadership 2: was bedeutet FLOW-Leadership für mich als Führungskraft?”

    1. Heinz Peter Wallner Says:
      Februar 28th, 2010 at 14:06

      Lieber Andreas, danke für Deine beiden Flow-Beiträge! Ich mag das Flow-Prinzip, weil es menschenorientiert und optimistisch ist und die Diskussion über die Motivation von Menschen in Unternehmen auf eine neue Ebene bringt. Es verbindet die Arbeit mit der Frage des Glücks und dem Sinn des Lebens. Es bleibt aber eine Abhängigkeit von der Umwelt. Die Verantwortung wird geteilt. Muss das sein? Dieser Frage bin ich in meinem von Dir angeregten Beitrag nachgegangen: http://tr.im/Q7tX

      danke, herzliche Grüße,
      Peter

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